Hedwig Bollhagen


Hedwig Bollhagen – STORE

Ein großes Sortiment der Manufaktur von Hedwig Bollhagen wird  in der Studio Galerie Berlin verkauft – ca. 1.000 Keramiken sind jeder Zeit vorrätig.

Die Galerie befindet sich im Zentrum von Berlin: Frankfurter Allee 36a (10247 Berlin). Somit sind es nur wenige Stationen vom Alexanderplatz entfernt bis zum U-Bahnhof Samariterstraße.

Zur Verbindung zwischen Hedwig Bollhagen (1907 – 2001) und der Studio Galerie Berlin kam es bereits 1975. Schließlich wurde die Galerie  schnell zum größten Hedwig Bollhagen Händler im Land.

Als wichtigster „HB Händler“ veranstaltete die Galerie mit Hedwig Bollhagen mehrere Personalausstellungen. Später, seit 1975, feierte Hedwig Bollhagen ihre runden Geburtstage regelmäßig in der Studio Galerie Berlin.

Hedwig Bollhagen ist die wichtigste deutsche Designerin des 20. Jahrhunderts

Ab 1925 besuchte Hedwig Bollhagen die Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen. Nach fünf Semestern erkannte der Besitzer der Keramikwerkstätten Velten-Vordamm, Dr. Hermann Harkort, Hedwig Bollhagens Talent und trug ihr die Leitung der Malklasse an. Die folgenden vier Jahre legten den Grundstein für Bollhagens späteres Schaffen, sowohl hinsichtlich ihrer technischen,  als auch Ihre künstlerischen Fähigkeiten. Hier entwickelte Hedwig Bollhagen ihren sicheren Blick für Form und Dekor. Die bekannten Bauhaus-Dozenten Theodor Bogler und Werner Burri arbeiteten zeitgleich in den Keramikwerkstätten Velten-Vordamm.

Seit zwei Jahren kommen neue Farben ins Spiel. Die Leitung der Manufaktur ist bestrebt, neue Käufer zu begeistern und verwendet hochwertige Farben, die auf den klassischen Entwürfen von Hedwig Bollhagen eine starke Wirkung zeigen. Das neue Glasur-Verfahren ist aufwendig, die Ergebnisse, die Brillanz der Farben sind überzeugend. Gießkannen, Becher, Keksdosen und Blumenringe sind für die neuen Farben geeignet.

Wechselvolle Geschichte

Schließlich bekam Hedwig Bollhagen 1934 die Chance, in Marwitz die „HB-Werkstätten für Keramik“ zu gründen. Unterstützt wurde sie dabei von Heinrich Schild. Schild war Generalsekretär des Deutschen Handwerks in Berlin und Mitglied der NSDAP. Er kümmerte sich um die Finanzierung des Kaufs und war zeitweilig Geschäftsführer der Werkstätten.

Vorläufer der HB-Werkstätten waren die Haël-Werkstätten für Künstlerische Keramik. Diese wurden 1923 gemeinsam von Margarete Heymann und ihrem Mann Gustav Loebenstein sowie dessem Bruder Daniel gegründet. Die Brüder kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Weltwirtschaftskrise und die Machtergreifung der Nazis zwangen die Witwe Margarete Heymann-Loebenstein, sie war jüdischer Abstammung, zur Schließung und zum Verkauf unter Wert der Haël-Werkstätten und später zur Flucht aus Nazi-Deutschland.

Es folgte eine beispiellose Karriere, die Hedwig Bollhagen zur wichtigsten Designerin Deutschlands machte. Bei Gründung der Werkstätten gerade 27 Jahr alt, brachte Bollhagen mit künstlerischem Talent, handwerklichem Geschick und Weitsicht  Formen und Dekore zustande, die bis heute zeitlos und als HB Keramik erkennbar sind.

Unter dem Einfluss der Bauhaus Kunstschule in Dessau hatte sie gradlinige Formen entworfen, neue Herstellungstechniken gefunden und neue keramische Materialien zum Einsatz gebracht. Die Idee des Bauhauses war es, die Gesellschaft auf demokratische Weise mithilfe der Künste neu zu gestalten. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt viele Bereiche unseres Lebens. Neben der künstlerischen Begabung hatte Hedwig Bollhagen die Ausstrahlung und Durchsetzungsfähigkeit ein großes Team von 90 Mitarbeitern zu motivieren und die Manufaktur zum Erfolg zu führen.

Viele internationale Auszeichnungen, u.a. die Goldmedaille auf der Weltausstellung wurden ihr zuteil. Sie war Trägerin des Bundesverdienstkreuz’. Die beste Werbung verschaffte ihr SED-Chef Walter Ulbricht mit seiner Kritik über eine schwarze zylinderförmige Mokkakanne, die er als „geistlos und kosmopolitisch“ bezeichnete. Folglich wurde das Service zum begehrten Sammelobjekt in der DDR.

Mitte der 70er-Jahre gab es für Hedwig Bollhagen nur die Alternative die Manufaktur zu verstaatlichen. Damit war der Erhalt und die Erneuerung der Werkstatt gesichert. Ein Anliegen, das die Keramikerin allein nicht stemmen konnte. Die Manufaktur hatte so Zugriff auf das Vertriebsnetz vom Kunsthandel in der DDR, der Verkauf der HB-Keramiken im In- und Ausland war gesichert. Nach der Wende führte HB die Manufaktur wieder in Eigenregie.

Zu ihrem 80. Geburtstag im Jahr 1987 entwarf Hedwig Bollhagen eines ihrer letzten Dekore

Gepunktete gelbe Dreiecke – in unterschiedliche Richtungen gedreht – auf schwarzem Grund machten das Dekor  absolut zeitgemäß und zeigte, dass Hedwig Bollhagen auch mit 80 Jahren hellwach und auf der Höhe der Zeit war. Das spektakuläre Dekor wurde 1987 für das Ausstellungsplakat der Studio Galerie Berlin verwendet.

Diese Ausstellung war die größte Personalausstellung in den 80er-Jahren in Berlin, die einem Künstler der angewandten Kunst zuteil wurde. Die Eröffnungsrede hielt Günther Muth (Foto mit Hedwig Bollhagen), der die Galerie dann schließlich an Gisela Frischmuth übergab. Seit 2015 wird die Galerie von Jan Linkersdorff und Susanne Bartel geführt.

Seit dem Tod von Hedwig Bollhagen im Jahr 2001 arbeitete die Manufaktur inhabergeführt weiter. Die Manufaktur schöpft aus dem großen Bestand an Formen und Dekoren von Hedwig Bollhagen. Das Andenken an die bedeutendste deutsche Keramikerin bleibt so bewahrt.

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